Ein paar Gedanken über das Leben an Bord.

 

Das (Zusammen-) leben an Bord erfordert von jedem Mitsegler die Bereitschaft sich auf die Situation einzulassen. Der Platz auf einem Schiff ist ebenso begrenzt wie die vorhandenen „Ressourcen“ Wasser, Strom, Proviant. Jeder sollte zur Zusammen- und Mitarbeit ebenso bereit sein wie zur persönlichen Zurückhaltung. Dies gilt insbesondere bei:

 

Mitarbeit: Ein Mitsegler wird automatisch zum Teil der Crew. Alle Arbeiten an Bord sollten gemeinsam bzw. nach Absprache erledigt werden. Dies gilt sowohl für die Schiffsführung: Segelsetzen, - bergen, Anker- od. Anlegemanöver, Navigation und natürlich das Steuern des Schiffes, wie auch für alle sonstigen Arbeiten wie Kochen, Putzen, Spülen, Aufräumen usw. Hierzu wird vom Skipper ein „Wachplan“ aufgestellt oder es wird einfach nach Bedarf eingeteilt.

 

Verpflegung/Proviant: Die Liegegebühren in Häfen und Marinas sind oft relativ hoch, so dass ich persönlich es vorziehe eher Ankerbuchten anzulaufen, was bedeutet, dass man sich an Bord auch selbst verpflegen muss. Hierauf sollte bereits bei der Törnplanung geachtet werden. D. h. bestimmte Essgewohnheiten (Vegetarier, Unverträglichkeiten…) sollten vorab klargestellt werden, genauso wie besondere Vorlieben oder Abneigungen. Bei Anreise mit dem Auto kann man einige Dinge von hier mitnehmen, den Rest muss man dann eben vor Ort einkaufen (s. Bordkasse). Ich koche auch gerne selbst und lege  Wert darauf, dass frisch zubereitet wird (also kein Dosenravioli warm machen). Aber natürlich muss die Küche doch eher einfach sein, schon allein aufgrund der begrenzten Kühlkapazitäten.

 

Ein Wort noch zum Thema Alkohol: leider wird Segeln sehr oft mit Alkoholkonsum gleichgesetzt (warum auch immer?). Ich habe überhaupt nichts gegen ein Bierchen oder ein Gläschen Wein abends unter südlichem Sternenhimmel (ganz im Gegenteil), solange sich dies in Grenzen hält, wer aber morgens schon sein „Konterbierchen“ braucht ist nicht mein liebster Mitsegler, zumal auch auf dem Wasser gilt:

„Don’t drink and sail“ (oder so!)

 

Wasser-Strom:   Warmwasser und Strom werden über den Dieselmotor erzeugt, so dass auch hier die Vorräte begrenzt sind. So ist jeder gefordert mitzuhelfen, dass für den anderen auch noch was übrig bleibt.

 

Was nehm’ ich mit?

 

Die Bekleidung sollte immer auf die Jahreszeit und das Revier abgestimmt werden. Im Frühling oder Herbst ist warme und winddichte Oberbekleidung, z.B. Ölzeug oder ein guter Anorak absolut ratsam. Sommertörns im Mittelmeer sind meist „Barfuß-Törns“  d. h. zum Anziehen reicht normalerweise Badekleidung. Eine passende Garderobe für den „Landgang“ und event. noch ein Regenschutz (z.B. Regenklamotten wie beim Fahrradfahren) genügen dabei vollauf.

Man sollte auf jeden Fall so wenig wie möglich mitnehmen, da der Stauraum auf dem Schiff sehr begrenzt ist. Auf keinen Fall Koffer, denn die lassen sich an Bord so gut wie gar nicht verstauen, besser eine Reisetasche oder einen Ruck- (See-)sack.

An Bord sollten Bootsschuhe getragen werden. Das müssen nicht die teuren Teile aus dem Segelladen sein, aber feste Schuhe (keine Flip-Flops), helle Sohlen und kein grobes Profil.

Ansonsten wie bei jeder Reise: Reisedokumente, persönliche Dinge, Waschzeug, Medikamente (Seekrankheit ?), Sonnenschutz (!) usw.

 

Was macht eigentlich der Skipper?

 

Als Skipper bin ich allein verantwortlich für die Mannschaft und das Schiff.

Neben den dafür erforderlichen Skipper-, Funk- usw.- Scheinen habe ich auch noch einige Erfahrung in der Segelei. An erster Stelle steht die Sicherheit auf dem Schiff, deshalb gibt es vor jedem Törn eine Einweisung in die wichtigsten Einrichtungen der Yacht. Entspannung und die Freude an der Natur sind für mich die wesentlichen Elemente eines Segeltörns. Segeln soll kein Abenteuer sein sondern ein Erlebnis.